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Eingliederungshilfen für Kinder und Jugendliche – Seelische und soziale Probleme von Kindern und Jugendlichen nehmen deutlich zu

Eingliederungshilfen sollen Kindern und Jugendlichen, die von einer seelischen Behinderung betroffen oder bedroht sind, die Teilhabe am sozialen Leben erleichtern. Das kann beispielsweise in Form von Beratungs- und Therapieangeboten geschehen, aber auch mittels Schulbegleitungen und Integrationsassistenz.

Nicht erst seit Ausbruch der Corona-Pandemie spielen die seelischen und sozialen Probleme von Kindern und Jugendlichen eine zunehmend größere Rolle. Die Träger der Kinder- und Jugendhilfe haben 2019 rund 109.200 Eingliederungshilfen für Kinder und Jugendliche mit einer seelischen Behinderung gewährt. Das waren 156 Prozent mehr als 2009 (Statistisches Bundesamt/Destatis). In den vergangenen zehn Jahren ist außerdem die Zahl der Schülerinnen und Schüler, die in ihrer emotionalen und sozialen Entwicklung gefördert wurden, um fast 72 Prozent gestiegen. Im Schulalltag haben besonders Schulbegleitungen und Integrationsassistenz an Bedeutung gewonnen.

Die Eingliederungshilfen wurden aus einer Vielzahl von Gründen eingeleitet. Am häufigsten waren das im Jahr 2019:

  • Seelische Probleme und Entwicklungsauffälligkeiten (41 Prozent) > z.B. Ängste, suizidale Tendenzen, Entwicklungsverzögerungen
  • Schulische oder berufliche Probleme (30 Prozent) > z.B. ADHS, Hyperaktivität, Schulschwänzen
  • Auffälligkeiten im Sozialverhalten (16 Prozent) > z. B. Isolation, Drogenkonsum, aggressives Verhalten

Nahezu die Hälfte der Hilfen wurde von Kindern zwischen 9 und 13 Jahren in Anspruch genommen. Fast drei von vier Betroffenen sind Jungen. Im Schnitt dauerte eine Eingliederungshilfe knapp zwei Jahre.

Weitere Informationen finden Sie z.B. unter:
www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2021/05/PD21_N027_221.html

Foto: AdobeStock/mizina
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